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Ina Müller
Was mag ich an Hamburg? Die Alster, die Elbe und die Nähe zur Ostsee. Warum setze ich mich für gute Schulen in Hamburg ein? Weil ich es schade finde, dass in Hamburg auch die erfolgreichen Schulen, die nachweislich tolle Ergebnisse bei den Lernstandserhebungen erreicht haben, zerschlagen werden sollen. Die beliebten bilingualen Englischklassen, Latein- und Musikklassen könnten erst ab Klasse 7 starten, falls die 6-jährige Primarschule käme.
Warum stellt die Einführung der Primarschule für mich keine Verbesserung des Hamburger Schulsystems dar? Ich sehe in der Einführung der 6-jährigen Primarschule deutlich mehr Risiken als Chancen. Die Primarschule lässt sich in Hamburg nur einführen, wenn man praktisch alle Hamburger Schulen neu "erfindet". Die Hoffnung auf positive Lerneffekte durch zwei Jahre längeres gemeinsames Lernen wiegt die Risiken dieser Riesenbaustelle der Schulpolitik nicht auf. Ich wünsche mir stattdessen, dass Frau Goetsch einfach endlich mehr Lehrer einstellt, statt leere Versprechungen zu machen. Was ich noch sagen möchte? Derzeit haben Schüler in Hamburg und Schleswig-Holstein 8 Jahre Zeit auf einem Gymnasium, um sich auf das Abitur vorzubereiten. Schleswig-Holstein will wieder auf G9 erhöhen, da das G8 zu stressig ist, wohingegen Hamburg auf G6 reduzieren möchte. Da überlegen schon einige Eltern, ob man nicht nach Schleswig-Holstein ziehen sollte. Zudem sollen die Hamburger Schüler in der 5. und 6. Klasse Primarschule weniger Unterrichtsstunden erhalten, als sie derzeit in der 5. und 6. Klasse Gymnasium erhalten. Klappen soll das alles laut Hotline von der Schulbehörde, indem man die Hamburger Lehrpläne entschlackt! Ob den Hamburger Schülern, das jedoch weiterhilft, wenn sie dann später studieren wollen, ist mehr als zweifelhaft. Die verfügbaren Studienplätze teilt die ZVS in 16 Unterquoten für die einzelnen Bundesländer auf. Um die für ein Land zur Verfügung stehenden Studienplätze konkurrieren grundsätzlich nur solche Bewerber miteinander, die in diesem Bundesland ihre Studienberechtigung erworben haben. Somit ist gewährleistet, dass sich Unterschiede in den Schulsystemen einzelner Länder nicht in der Konkurrenz um die Studienplätze auswirken. Der Großteil von 60% der verfügbaren Studienplätze in den bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen wird von den Hochschulen nach dem Ergebnis eines Auswahlverfahrens selbst vergeben. Eine Erhöhung der Abiturientenquote bei gleichzeitiger Absenkung des Niveaus, nützt den Hamburger Schülern also gar nichts. |