KlardenkerIn des Tages
Carsten Bittner Ich bin gegen die zwangsweise Einführung der Primarschule, weil meine Frau und ich selbst entscheiden wollen, welche Schullaufbahn für unsere vier Kinder richtig ist |
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Wie sowohl der NDR als auch die WELT berichteten, kämpft das Herzstück der Schulreform, die Stadtteilschule, mit gehörigen Akzeptanzproblemen. Während die Senatorin überall die Werbetrommel für die Primarschule rührt, scheint sich niemand wirklich um den unumstrittensten Teil der Reform zu kümmern. Die Stadtteilschule, in der Haupt-, Real- und Gesamtschulen ab diesem Sommer aufgehen werden, ist auch Konsens der Enquête-Kommission gewesen und soll mehr SchülerInnen als bisher zu einem hohen Bildungsabschluss führen. Statt nun die Kraft auf die Bewältigung dieser Riesenreform zu konzentrieren, verkämpft sich die Behörde an unnötiger Stelle, um die heftig kritisierte Primarschule gegen weite Teile der Bevölkerung durchzudrücken.
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| Leserbrief zu den Systemkosten an das Abendblatt |
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| Geschrieben von: Dr. Dirk Meinhold |
| Dienstag, 16. Februar 2010 um 17:34 Uhr |
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Artikel „Eine rote Karte für den Kompromiss“ im Hamburger Abendblatt vom 13./14. Februar 2010 (Seite 14) Sehr geehrte Damen und Herren, Ihr oben genannter Artikel gibt Anlass zu einigen Anmerkungen: Eines der zentralen Bedenken der Volksinitiative „Wir wollen lernen“ besteht darin, dass der Senat mit seinem Reformvorhaben ein Leistungsversprechen erhebt, das er nicht einhalten kann. Diese Befürchtung ist schon unter finanziellem Aspekt plausibel. Die Schulbehörde hat selbst eingeräumt, dass sich allein der Renovierungsstau in Hamburger Schulen auf ca. 3 Milliarden € beläuft. Außerdem bestehe – laut Behörde – ein Um- und Zubaubedarf von rund 1,2 Milliarden €. Wie angesichts dieser Fehlbeträge auch noch massiv höhere laufende Kosten für die Primarschule bezahlt werden sollen, können wahrscheinlich nur noch griechische Staatsbanker erklären. Aber auch pädagogisch begegnet die „Primarschule“ erheblichen Bedenken. Schon die Tatsache, dass Noten weitgehend abgeschafft werden sollen, indiziert, dass es auf Leistung nicht oder nur noch sehr eingeschränkt ankommen soll. Wenn aber Leistung nicht mehr honoriert wird, welcher Schüler soll sich dann anstrengen? Wenn sich aber die Schüler nicht – oder nur noch begrenzt – anstrengen werden, dann wird das Leistungsniveau (weiter) sinken. Bessere PISA-Ergebnisse wird Hamburg also mit der Primarschule auf keinen Fall erzielen. Angesichts dieser Umstände ist es klar, dass die Volksinitiative im Rahmen der Verhandlungen mit dem Senat im Mindestfalle einen Systemvergleich verlangte. Denn dieser Systemvergleich hätte bewiesen, dass die Grundschule der Primarschule unter Leistungsgesichtspunkten deutlich überlegen ist. Das ist wiederum der Grund, weshalb der Senat sich scheut, die Primarschule einem Systemvergleich zu stellen. Verräterisch ist die Aussage des Senats, dass bis zum Jahre 2012 ein seriöser Systemvergleich nicht zu machen sei. Damit räumt der Senat selbst ein, dass es weder jetzt noch in absehbarer Zukunft belastbare Erkenntnisse gibt bzw. geben wird, wonach die hochgejubelte Primarschule dem bewährten Grundschulsystem überlegen sei. Dieser Umstand verdient festgehalten zu werden. |


