KlardenkerIn des Tages
Carsten Bittner Ich bin gegen die zwangsweise Einführung der Primarschule, weil meine Frau und ich selbst entscheiden wollen, welche Schullaufbahn für unsere vier Kinder richtig ist |
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| Leserbrief von Birdy an Welt und HA |
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| Geschrieben von: Birdy |
| Donnerstag, 25. Februar 2010 um 12:33 Uhr |
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die Methoden, die angewandt werden um die Primarschule, gegen den Willen Mehrheit der Bürger, durchzudrücken werden immer abenteuerlicher.
Die CDU kauft die „Die Linke“ und den einen oder anderen Bürger mit der Abschaffung des Büchergeldes (von dem finanziell sehr Schwache ohnehin befreit sind). Die SPD, deren schulpolitischer Sprecher Rabe sich bisher mit sehr guten Argumenten gegen die Primarschule und für sinnvolle Lösungen zur Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit eingesetzt hat schwenkt auf den Primarschulkurs ein. Sie hofft wohl in zwei Jahren in einer großen Koalition mitregieren zu können. Ihr langfristiges Ziel, die Abschaffung der erfolgreichen Gymnasien wird Sie dann später umsetzen. Die Hamburger sind, wie die von Jahr zu Jahr steigenden Anmeldezahlen zeigen, vom Gymnasium überzeugt. 52 Prozent der Schüler wählen das Gymnasium als weiterführende Schule. Die Anmeldezahlen für das Gymnasium werden weiter steigen; entweder weil am Ende der Klasse 6 die Eltern und Schüler endlich „fliehen“ können und/oder weil die Primarschule so toll funktioniert, daß sie mehr gymnasialfähige Schüler entlässt. Die Stadtteilschule startet dann in Klasse 7 als „Rest“-Schule mit wenigen Schülern. Es wird damit sehr unwahrscheinlich, daß sich die Forderung der SPD, wonach jede Stadtteilschule eine Oberstufe bekommt, erfüllen lässt – außer man reduziert die Zahl der Stadtteilschulen so extrem, daß die Schüler der Stadtteilschulen zwischen mehreren Standorten pendeln müssen. Um dies zu verhindern muß Frau Goetsch die Stadtteilschulen extrem attraktiv machen und so die Anmeldezahlen nach oben treiben. Der Erfolg eines solchen Vorgehens ist aber fraglich, denn er beruht auf Freiwilligkeit. Angesichts knapper Kassen und dem bereits in die Primarschulen investierten Geldern kann dies nur durch eine Umverteilung zu Lasten der Gymnasien geschehen. Die Kombination „Elternmitspracherecht“ nach Klasse 6 und einer nur einjährigen „Probezeit“ in Klasse 7 wird zu einem Chaos an Gymnasien und Stadtteilschulen führen, wie wir es uns alle nicht vorstellen können. In Klasse 7 wird es auf den Gymnasien ein „Hauen und Stechen“ von stark pubertierenden Schülern geben, um eine „Abschulung“ zu verhindern. Normaler Unterricht wird in Klasse 7 des Gymnasiums nicht mehr stattfinden. Gewinner in diesem Kampf werden hier neben einigen „begabten“ Schülern, diejenigen sein, die bereits langjähriger Förderung durch das Elternhaus, ggf. unterstützt durch Nachhilfe erhalten haben. Anders als aktuell der Fall wird es dann kaum noch Kinder „bildungsfernen Familien“ in Klasse 8 der Gymnasien geben. Ironischer Weise würde Frau Goetsch dann das Gymnasium von einer Mehrheitsschule zu der „Elite“-Schule machen, die es zum Glück seit vielen Jahren nicht mehr war. Welch ein grandioser Schritt in Richtung mehr Bildungsgerechtigkeit! Was passiert aber, wenn die Gymnasien, wie auch bisher nach Klasse 6 nur wenige Schüler nach der Probeklasse 7 abschulen? Wird Frau Goetsch dann eine „politische Quote“, z.B. über eine zentrale Prüfung einführen, nach der festgelegt wird, wie viele Schüler das Gymnasium verlassen müssen nur damit die Stadtteilschule aufgefüllt wird? Es müssen ja schließlich auch für die Oberstufen der Stadtteilschulen geeignete Schüler vorhanden sein. Wahrscheinlich ist dann der nächste Schritt die Abschaffung des Gymnasiums und die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Schuljahren für alle. Dafür braucht man dann nach Auffassung der GAL- Bildungsideologen kein Gymnasium mehr – die Stadtteilschule als Gemeinschaftschule reicht dann doch aus. Die Primarschulreform ist eine Reform, die am Ende nur Verlierer kennen wird. • Die massive Änderung der Schulstrukturen wird 100te Millionen Euro in Beton gießen. • Alle personellen Kapazitäten in der Behörde und in den Schulen werden durch die strukturellen Änderungen gebunden und damit den Schülern entzogen. • Aufgrund der extremen Segregation in Hamburg kann ein „längeres gemeinsames Lernen“ kaum Positive Wirkung erzielen – jedenfalls leider nicht in Wilhelmsburg oder Jenfeld - obwohl dort die Verbesserungen am nötigsten wären. • Weder leistungsstarke Kinder noch die Kinder mit ungünstigen Startbedingungen werden, gemessen am Mitteleinsatz, profitieren. • Das Niveau der weiterführenden Schulen wird in Summe gesenkt. Das erfolgreiche Gymnasium, die derzeit von Eltern und Schülern favorisierte weiterführende Schule wird langfristig abgeschafft werden. Darüber gibt es noch einen weiteren Verlierer: Die Parteiendemokratie in Hamburg. Mit Ignoranz, Dreistigkeit, Trickserei und der dauerhaften Verbreitung von Plattitüden haben sich SPD und CDU aber auch die GAL von der Mehrheit ihrer Wähler abgewandt. Bleibt am Ende der Dank an Frau Goetsch und die GAL für die Durchsetzung der Verbindlichkeit von Volksentscheiden – das Volk wird davon Gebrauch machen. Mit freundlichem Gruß PS: Wer noch einmal wissen will mit welchen Grundaussagen die SPD und die CDU ursprünglich angetreten sind schaue sich doch noch mal hier um: SPD CDU |


